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Mehrertrag im Binnenland


Turbinen mit 120 Meter hohen Hybridtürmen errichtet

 

Durch die technische Entwicklung leistungsstärkerer Anlagen können heute Standorte im Binnenland für die wirtschaftliche Stromerzeugung aus Windenergie ebenso gut genutzt werden wie küstennahe Gebiete. Voraussetzung: Die Turbinen drehen auf hoher Nabenhöhe. Um bei Nabenhöhen über 100 Meter die erforderliche Turmsteifigkeit bzw. Eigenfrequenz zur Vermeidung von Resonanzfällen – angeregt durch die Turbinen-Drehzahl – zu erreichen, werden im unteren Turmbereich Durchmesser deutlich über vier Meter notwendig, was die noch transportfähigen Dimensionen auf einem Tieflader überschreitet. Ein Transport über den üblichen Landweg ist daher nicht möglich.

 

Mit der Eigenentwicklung eines Beton-Stahl-Hybridturms löst Nordex das Logistik- und Eigenfrequenzproblem von Türmen für Anlagen mit mehr als 100 Meter Nabenhöhe

Nordex hat dieses Logistik- und Eigenfrequenzproblem von Türmen für Anlagen mit mehr als 100 Meter Nabenhöhe mit der Eigenentwicklung eines Beton-Stahl-Hybridturms gelöst. Am Standort Iven, Mecklenburg-Vorpommern, haben wir die ersten zwei Turbinen vom Typ N90/2500 auf Hybridtürmen mit jeweils 120 Meter Nabenhöhe errichtet.


Der Hybridturm besteht aus einem ca. 60 Meter hohen Betonturm, der auf dem Anlagenfundament direkt am Standort errichtet und dann vorgespannt wird. Er trägt die drei Stahlturmsektionen der modularen Turmbaureihe mit einer Gesamthöhe von ebenfalls rund 60 Meter. Der Vorteil: Durch die Herstellung des Betonrohres vor Ort entfällt die Problematik des Landtransports, und die Standard-Turmsektionen können mit herkömmlichen Fahrzeugen transportiert werden. Zudem ist eine ausreichende Eigenfrequenz der Gesamtanlage sichergestellt, da der Ortbetonteil im unteren Bereich des Hybridturmes im Durchmesser beliebig angepasst werden kann.

Insgesamt wurden je Anlage in Iven 800 Kubikmeter Beton und 130 Tonnen Bewehrungsstahl verarbeitet. Der Betonturm wurde in Ortbetonbauweise ohne Fugen gefertigt und mit extern verlaufenden Spanngliedern über die gesamte Betonturmhöhe vorgespannt. Dieses Verfahren stellt eine planmäßige Vorspannung des Betonturmes über 20 Jahre sicher. Zudem können während der Bauarbeiten die Vorspannglieder so permanent auf Beschädigungen leicht überprüft und bei Bedarf unmittelbar ausgetauscht werden. Ohne zusätzlichen Adapter setzt die unterste Stahlturmsektion auf dem Betonturmkopf auf und ist mit Ankerbolzen verschraubt.

Der Turmfuß-Durchmesser von ca. 8 Meter erlaubt es, Transformator, Hauptumrichter und die Mittelspannungsschaltanlage auf einer Ebene anzuordnen. Das hat die Montage dieser Komponenten nach der Fertigstellung des Turmes deutlich erleichtert und bietet eine gute Zugänglichkeit bei Überwachungs- und Serviceeinsätzen.


 
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